Bericht von Gloria Schiel und Anja WŸstenberg

 

Buchenwald, Du wirst uns nie verlassen!

 

Es ist ergreifend und doch gleichzeitig erschreckend, was das Kriegsende 1945 fŸr die †berlebenden HŠftlinge sowie fŸr die Befreier und die €rztlichen Versorger hinterlassen hat. Hier ist ein StŸck deutscher Geschichte, das sich niemals wiederholen darf, passiert. Es hat nicht nur bleibende Narben fŸr die ehemaligen HŠftlinge des KZ-Buchenwald hinterlassen, sondern auch fŸr das 120th Evacuation Hospital der US Armee.

 

Ein Teil dieser Menschen waren nun erneut, nach 57 Jahren, wieder auf Buchenwald gewesen. Es war ein Historischer Tag in der Geschichte dieser Menschen, aber auch ein historischer Tag in der Geschichte aller Menschen. Am 11. April 1945 wurde Buchenwald von Amerikanern befreit (oder war es doch eine Selbstbefreiung Ð darum wird heute noch viel diskutiert), genau vor 57 Jahren und vor genau 7 Monaten, am 11. September 2001 erlitt die Menschheit wieder einen Schock Ð ãTerroranschlag auf die USAÒ. Diese Reise nach 57 Jahren war bereits im Oktober des vergangen Jahres geplant, doch das Schicksal wollte es anders und so kam es zu diesem Termin, im April diesen Jahres. US-Veteranen wie Warren Priest und Jerry Hontas, gaben den damaligen HŠftlingen oder wollen wir lieber sagen den †berlebenden von Buchenwald nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Hoffnung auf ein neueres und besseres Leben, setzten Zeichen der HumanitŠt und kŸmmerten sich auch um ihre seelischen Narben. Was muss es fŸr diese Menschen bedeutet haben, einen Haufen Elend, halb verhungerte und schon tote Menschen vorzufinden. Wie kamen Sie alle mit den Ereignissen klar? Wie haben Sie das verarbeitet? Muss es nicht einfach schrecklich gewesen sein? Jawohl es war und es ist auch jetzt noch schrecklich. Wenn man diese Menschen, ihre Angehšrigen und vor allem Šltere Menschen reden und erzŠhlen hšrt. Wenn man diese Zeit nicht selber miterlebt hat, kann man sich gar nicht vorstellen, das es so etwas Ÿberhaupt gegeben hat. Und keiner soll davon etwas mitbekommen haben. Keiner? Es wollte bestimmt keiner mitbekommen. Warren Priest hat eine Organisation gegrŸndet, in der seine EindrŸcke und die anderer Veteranen darstellt. Er setzt sich dafŸr ein, das so etwas nie wieder vorkommen darf und das alle Menschen davon erfahren. Dieser DenkwŸrdige Tag ist nicht nur eine Zeit der Erinnerung, sondern auch eine Zeit des Schweigens, Gedenken an die †berlebenden und Opfer, sowie eine Zeit der Verbesserung und Neuerung, dass dieser Holocaust NIE wieder passiert.

 

Herr Bernd Schmidt, Vorsitzender des Vereins U:S: Veterans Friends, Germany e. V. sorgte dafŸr, dass diese Reise zu Stande kam. Warren Priest meinte dazu vor ca. 3 Jahren:

 

ãWir gehen nach Weimar,

mit einem Olivenzweig in der Hand

und mit Liebe im Herzen,...Ò

 

Auf Grund der Erlebnisse und Ereignisse von Buchenwald herrscht noch immer tiefe Schockierung. ãEs war und ist immer noch der schwŠrzeste Tag im Leben dieser Menschen und die schwŠrzeste Zeit in der Geschichte der Menschheit. Die Ereignisse der letzten Jahre hat ein ãNeues DeutschlandÒ geformt, welches nun fŸr Freiheit und Gerechtigkeit steht.. In der schwersten Stunde der Amerikaner, am 11. September 2001 stand ihnen kein anderes Land so zur Seite wie dieses besagte ãNeue DeutschlandÒ und die Deutschen.

General R. Ursone bedankte sich bei uns, den Jungen und MŠdchen vom Jugenrotkreuz Weimar mit einer Medaille fŸr die geleistete UnterstŸtzung und unser Engagement an diesem Tag, und das wir fŸr so einen denkwŸrdigen Tag Zeit gefunden haben:

 

ãEin Kommandeur kann seinen Soldaten danken,

in dem er ihm eine Medaille Ÿbergibt,

heute ist es aber kein Soldat, heute sind

es Jungen und MŠdchen vom JugendrotkreuzÒ

 

 

Insgesamt nahmen 13 Jugendliche des Jugendrotkreuz Weimar an dem Besuchsprogramm der Veteranen vom 09.04. bis 14.04.2002 in Weimar und Umgebung teil.

Unter anderem besuchten wir die Staatskanzlei in Erfurt, sprachen mit Einwohnern von Ettersburg und besuchten das Schloss mit dem Platz, wo einst das 120 th lagerte, weihten hier eine Gedenktafel ein, kamen mit Mitgliedern der Landesregierung und Kommunalpolitiker zusammen und verlebten viele Stunden im Kreise der Veteranen. Hier wurden Kontakte geknŸpft und Freundschaften geschlossen. Im Herbst soll es einen Besuch in einem US-Armeekrankenhaus gemeinsam mit dem Verein geben. Auch zeigten wir ihnen Weimar und Erfurt von der kulturellen Seite.

FŸr alle waren diese Tage eine Erfahrung, die sie nicht missen mšchten und wenn im Jahr 2005 ein erneuter Besuch ansteht, sind alle wieder dabei. Bis dahin gilt es, das Erbe zu wahren und AufklŠrung zu betreiben. Jede Menge Informationen zu dem Besuch und Ÿber die Arbeit der 120 th EVAC gibt es im Internet unter www.buchenwaldandbeyond.org und www.buchenwaldbeyond.com sowie und www.drk-weimar.de/jrk.

 

 

Gloria Schiel

Anja WŸstenberg

Andreas Mšllmann